Event Horizon Protocol

Ein schwarzes Loch sitzt genau in der Mitte, sein Kern eine absolute Leere, umgeben von langsamen Bögen aus bernsteinfarbenem, bronzenem und schwach violettem Licht, das sich um den Gravitationsschacht biegt. Die Akkretionsscheibe zieht sich darunter in kühlen Blau- und Silbertönen entlang, übersät mit winzigen Punkten entfernter Materie wie Sterne, die in der Strömung gefangen sind. Die linke Seite hält zusammen wie etwas beinahe Malerisches – texturiert, mineralisch, dicht. Dann bricht die rechte Seite. Das Bild zerreißt in horizontale Scanlinien, kanalgetrennte Rot- und Cyantöne und fragmentierte Bänder, die wie eine kollabierende Skyline in reinen Daten wirken. Bei genauerem Hinsehen findet sich ein einzelner heller Flare, der vom inneren Ring abzweigt, ein kleiner Zündpunkt, an dem Licht der Anziehung zu entkommen scheint, und schwache vertikale Streifen, die wie Regen durch die korrumpierte Zone fallen.

Die Atmosphäre ist kühl und gewichtig – leise statt laut. Es besteht eine Spannung zwischen der Ruhe des tiefen Weltraums und der Unruhe eines Systems, das an den Nähten auseinanderfällt.

Für mich geht es in dem Werk um die Grenze zwischen Ordnung und Auflösung: den Moment, in dem eine Struktur beginnt, ihre Form zu verlieren und etwas völlig anderes zu werden. Es hält Stille und Zerfall im selben Bild fest und fordert Sie auf, mit beidem zu verweilen.

In einem Interieur verankert es eine Wand, ohne sie zu überladen. Die tiefen Schwarztöne und die zurückhaltende Palette passen zu einem Homeoffice, einem Wohnzimmer mit dunkleren Tönen, einem Studio, einem Schlafzimmer oder einer Lounge, wo Sie einen Blickfang wünschen, der einen zweiten Blick belohnt. Es wirkt wie ein Fenster in etwas Gewaltiges – ruhig aus der Ferne, detailreich aus der Nähe.

Verwandte Werke

Nach oben scrollen